Kaiserschnittarten
Viele Frauen in aller Welt entscheiden sich heutzutage für einen Kaiserschnitt und gegen eine natürliche Entbindung, so auch bei uns in Österreich. Mittlerweile 30% der Geburten in Österreich sind Kaiserschnittgeburten und dies nicht, weil ein medizinischer Grund vorliegt, sondern weil die Mutter es wünscht. Denn eines ist einem geplanten Kaiserschnitt und Wunschkaiserschnitt gewiss: Die Geburt wird terminiert und das Ende ist absehbar. Für viele Frauen ein eindeutiges Plus in der heutigen hektischen und schnelllebigen Welt.
Dennoch sollte man mögliche Komplikationen nicht vollends unbeachtet lassen. Generell lassen sich drei Arten von Kaiserschnitten unterscheiden:
- Wunschkaiserschnitt
- geplanter Kaiserschnitt
- und der Notkaiserschnitt
Der Wunschkaiserschnitt – weil es die Geburt planbar macht
Die Beweggründe einer Frau für einen Kaiserschnitt sind vielfältig: Angst, bessere Vereinbarung mit dem Beruf, der Betreuung bereits vorhandener Kinder, Planbarkeit – all dies kann man bei einer Kaiserschnittgeburt beachten. Der Termin wird vereinbart, bevorzugt ab der 38./39. Schwangerschaftswoche, ungern früher. Somit kann sich die Frau auf die Geburt des Kindes einstellen, es gibt kein ungewisses Warten auf die Wehen und vermeintlich auch keine Schmerzen. Vermeintlich, denn natürlich hinterlässt auch ein Kaiserschnitt Spuren und eine Narbe, die mitunter auch äußerst schmerzhaft sein kann.
Alles in allem lässt sich festhalten, dass ein Kaiserschnitt für das Kind die ungefährlichere Methode ist, die Mutter jedoch das größere Risiko trägt – um es in Zahlen auszudrücken: Das Risiko ist etwa 3-fach höher als bei einer vaginalen Geburt.
Geplanter Kaiserschnitt (primärer Kaiserschnitt)
Der geplante Kaiserschnitt, primärer Kaiserschnitt, wird aus medizinischen Gründen indiziert, jedoch ebenfalls wie der Wunschkaiserschnitt terminiert. Medizinische Gründe liegen unter anderem vor bei folgenden Gegebenheiten:
- enges Becken der Mutter
- Plazenta praevia (Plazenta liegt ganz oder teilweise vor dem Muttermund)
- Erkrankungen der Mutter, welche eine vaginale Geburt ausschließen (HIV-Infizierung der Mutter)
- ungünstige Lage des Ungeborenen
- Komplikationen bei vorhergehenden Geburten, die einen Kaiserschnitt zum Wohle des Kindes befürworten (z.B. Schulterdystokie)
- Mehrlingsgeburt
Notkaiserschnitt (sekundärer Kaiserschnitt)
Der Notkaiserschnitt, sekundärer Kaiserschnitt, ist der einzige Kaiserschnitt, welcher ungeplant ist – indiziert aus medizinischen Gründen – unterbricht er die bis dahin normal verlaufende Geburt zum Wohle des Kindes und der Mutter.
Folgende medizinische Gründe sprechen für einen Notkaiserschnitt, der häufig unter Vollnarkose vollzogen wird, falls nicht bereits eine Periduralanästhesie (PDA) gesetzt wurde:-Kopf des Kindes passt nicht durch das Becken der Mutter
- Kopf des Kindes passt nicht durch das Becken der Mutter
- durch Blasensprung besteht die Gefahr einer Infektion
- Fieber
- Erschöpfungszustand der Mutter
- vorzeitige Plazentaablösung
- Sauerstoffmangel beim Ungeborenen


